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Erweiterung der Gruppengröße im Kindergarten ein kostenintensiver Tropfen auf den heißen Stein

Im September 2023 trat nach kurzer Begutachtungsphase eine Änderung des steiermärkischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes in Kraft, die eine stufenweise auf die nächsten 5 Jahre umzusetzende Senkung der Kinderhöchstzahlen von 25 Kindern auf 20 Kinder pro Kindergartengruppe vorgibt. 

Die Gemeinde Seiersberg- Pirka führt momentan 14 Kindergartengruppen und vor dieser Novelle konnten in diesen 14 Gruppen, 350 Kinder betreut werden. Mit Beginn des Betreuungsjahres 2024/2025 fehlen durch diese „geringfügige“ Änderung, 28 Kindergartenplätze zum Stand von vor 2 Jahren und dies bei steigenden Einwohnerzahlen und damit einhergehendem steigendem Bedarf an Kinderbetreuung. Somit konnten vermehrt Kinder nicht in einen Kindergarten aufgenommen werden, was den Ruf nach neuen Kindergartengruppen durchaus verständlich und nachvollziehbar macht. Für Gemeinden stellt dies ein enormes Problem dar, doch durch diese schnelle Verankerung in die gesetzlichen Vorgaben für Kinderbildung und Betreuung in der Steiermark war es Gemeinden ob der nicht vorhandenen Vorlaufzeit und der unmöglichen Budgetierung für die Errichtung von zusätzlichen Gruppen nicht möglich, auf diese Entwicklung zu reagieren. Zusätzlich fehlen die Fördermittel des Landes. Minimalbeträge können beantragt werden aber von der Deckung der Kosten für einen Zu- oder Neubau kann bei Weitem nicht die Rede sein. 

Um weitere Kinder in die bestehenden Gruppen aufnehmen zu können und somit einigen Familien eine Entlastung der angespannten Situation anbieten zu können, haben wir reagiert und 2 Kindergartengruppen mit je einer zusätzlichen Elementarpädagogin um 7 Kinder pro Gruppe erweitert. Die Betreuung dieser 14 Kinder bedeutet für die Gemeinde zusätzliche Personalkosten von € 120 000.- pro Betreuungsjahr und ist trotzdem, ob der Warteliste auf einen Kindergartenplatz von bis zu 50 Kindern, nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Für die Familien in unserer Gemeinde bleibt zu hoffen, dass sich die wirtschaftliche Lage in den nächsten Jahren verbessert, um die entsprechenden Mittel aus dem Gemeindehaushalt bereitstellen zu können, einerseits um den 3-gruppigen Kindergarten zu realisieren und andererseits, um einen weiteren Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen zu gewährleisten.

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