Zum Hauptinhalt springen

Pionier gegen Bodenversiegelung

Trotz Siedlungsdruck aus Graz gelingt es in Seiersberg-Pirka immer besser, Freiräume zu sichern und Maßnahmen gegen die Versiegelung zu setzen. 

Sehr früh, nämlich bereits im Jahr 2021, wurde in Seiersberg-Pirka ein neuer Weg für klimafitte Bau-Vorgaben eingeschlagen. Damals wurden auf Vorschlag des TEAM Baumann die „Grünen und blauen Bebauungsvorschriften“ für Hochwasser- und Klimaschutz ins Leben gerufen, die zu diesem Zeitpunkt ein mutiger Schritt waren. Landesgesetzliche Vorgaben zur Bodenversiegelung waren erst in Entstehung.

Mit diesen Bau-Vorschriften wurden Kennwerte für jede Baugebietskategorie unserer Gemeinde eingeführt, die die Höhe des Grünanteils auf Grundstücken festlegen. Standardmäßig wurde etwa für klassische Bebauung in Wohngebieten ein Wert von 50% eingeführt.

Nach einem guten Jahr wurde die Verordnung nach einer ersten Evaluierung bereits nachgeschärft. So wurde bei Einführung der Verordnung angedacht, dass etwa Pflasterungen mit offenen Fugen oder Schotterkörper aufgrund der Wasserdurchlässigkeit mit einem Erleichterungsfaktor angerechnet werden dürfen.
Dies wird in der aktuellen Fassung nur mehr für Rasengittersteine gewährt, bei denen tatsächlich ein Vorteil für die Grünraumausstattung erkennbar ist.

Zudem wurden verpflichtende Baumsetzungen im Bereich von PKW-Abstellplätzen eingeführt (3 Bäume je 10 neuer PKW-Plätze) und die Möglichkeit zum Abschluss von Mobilitätsverträgen mit der Gemeinde geschaffen, um nachhaltige und sanfte Mobilitätslösungen zu begünstigen. Dass jede Vorgabe eine Herausforderung für den einzelnen Bauwerber darstellt, ist uns als Entscheidungsträger stets bewusst, deshalb wird jede Bestimmung im Entstehungsprozess intensiv abgewogen. Im Kern muss es uns darum gehen, das Leitbild „Bauen im Steirischen Zentralraum“, welches die Gemeinde Seiersberg-Pirka als erste Gemeinde in der Region als Selbstverpflichtung im Gemeinderat beschlossen hat, weiter mit Leben zu füllen. Wir haben uns hier zum Ziel gesetzt, nach der Prämisse „Evolution statt Revolution“ zu handeln, weshalb wir an einer ständigen Evaluierung unserer Vorgaben arbeiten und versuchen aus der Praxis zu lernen. Wir haben uns vorgenommen, unsere im Kern noch immer sehr vorausschauenden Vorgaben wieder einer Evaluierungsrunde zu unterziehen und dort nachzuschärfen, wo es unseres Erachtens im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger notwendig erscheint. Die Naturkatastrophen im heurigen Jahr zeigen, dass wir uns mit der laufenden Anpassung unserer Normen zum Schutz unserer Gemeinde auf dem richtigen Weg befinden.
Ihre Vorschläge zur Weiterentwicklung dieses Themas sind bei uns herzlich willkommen und werden mit unseren Experten bearbeitet!

 

Das könnte Sie auch interessieren: